Wenn die Zähne aufeinander gebissen werden ist der Unterkiefer (normalerweise) eindeutig dem Schädel zugeordnet.
Damit sind auch die Kiefergelenkköpfe eindeutig positioniert. Es ist möglich, daß diese Gelenkköpfe durch die Zähne in eine
ungewollte Position geführt werden. Sie haben somit ihre eigentliche Bewegungsbahn verlassen. Da das knöcherne Gelenk
komplett mit Weichgewebe umgeben ist und zwischen Gelenkkopf und Gelenkgrube eine bewegliche Knorpelscheibe sitzt,
kann das Gelenk sich der Zwangsposition anpassen. Hierbei ist jedoch eine Kompensationsleistung durch den Körper zu
erbringen.
Früher oder später können wegen des ungünstigen Zustandes vielfältige Symptome ausgebildet werden, wie z. B.:
Zahnhalsempfindlich-keiten, Zahnfleischrückgang, absterbende Zahnnerven, Kaumuskelschmerzen, Kiefergelenks-
schmerzen, Kiefergelenksknacken, Kopf-schmerzen, Nackenverspannungen und -schmerzen, Rückenschmerzen,
Geräuschempfindlichkeit, Tinnitus, Lichtempfindlichkeit.
Therapie:
In der Funktionsanalyse wird u.A. ermittelt, wo die
Gelenkköpfe denn stünden, wenn die Zähne sie ließen. Dabei
gewinnt man einen Eindruck über die Diskrepanz zwischen der
Ist- und der Sollposition.
Schwierigkeiten: Die Ermittlung der Idealposition ist nicht
ganz einfach. Diese kann auch über jahrelange
Anpassungsprozesse so verändert sein, daß sie erst im Verlauf
der Therapie ermittelt werden kann. Beispiele wären
Veränderungen des Weichgewebes des Kiefergelenks,
Fehlpositionen (Subluxationen) der Wirbelkörper oder Verhärtungen (Myogelosen) in der Kaumuskulatur.
Über eine funktionstherapeutische Schiene wird der Unterkiefer wieder in die Lage versetzt, sich in gewünschter Weise zu
positionieren. Hier fungiert sinnbildlich die Schiene als Brille für die Zähne. Unterstützend müssen eventuell entwickelte
Angewohnheiten des häufigen Aufeinanderbeißens abgewöhnt werden.
Die aus dem Kassensystem bekannte „Knirscherschiene“, welche praktisch nur ein Abrasionsschutz darstellt, behandelt
dieses Problem nicht und kann die Kiefer noch weiter desorientieren.
Craniomandibuläre Dysfunktion (CMD)
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Privatpraxis für Zahnheilkunde - Dr. Rüdiger Büsing